Diskursethik Weekly

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aelskling
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Hm

Beitrag von aelskling »

Syntaktisch durchaus ok

Postavantegardistischer Nazischick

Aber syntaktisch ok

Durchaus
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hessen-heidegger
Beiträge: 58
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Beitrag von hessen-heidegger »

Adorno hat geschrieben:Was spricht dafür, die deutsche Geschichte nun endlich ruhen zu lassen?
aelskling hat geschrieben:Syntaktisch durchaus ok
und doch... reicht das?

ich meine: hier muss eine radikale, auf nichts mehr Rücksicht nehmende dekonstruktivistische Analyse her, die in der von Adorno aufgeworfenen Frage das Sprachmaterial, die linguistischen Fallstricke, die syntaktische Verspieltheit und den atemberaubenden Kontext (ZEIT) tollkühn zur Seite schiebt und die unkontaminierte Bedeutung offenlegt.
Dies ist sicher keine leicht Aufgabe, und doch muss sich Diskursethik Weekly (womöglich unter Zuhilfenahme der neusten Forschung Jürgen Links über Normalismus und Normalität) dieser Herausforderung stellen und so die Initiative an sich reissen und den Faschismus Strang in seine Schranken verweisen wenn nicht gar völlig überflüssig machen.

und so gehts:
- als erstes muss die Syntax gebrochen werden
- dann müssen die Begriffe negiert werden
- dann eine nichtsnützige, logisch verkorkste Abstraktion
- zum Schluss mit einer Metonymie aufpeppen
das Ergebnis wird dann in Relation zu einer akzidentiell-akausalen Geschichtsauffasung gebracht, und ja... wenn man noch nicht zufrieden ist, dann die ganze Prozedur nochmal von vorne. Auf dass uns Erkenntnis zuteil werden möge!
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aelskling
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Beitrag von aelskling »

hessen-heidegger

und so gehts:
- als erstes muss die Syntax gebrochen werden
- dann müssen die Begriffe negiert werden
- dann eine nichtsnützige, logisch verkorkste Abstraktion
- zum Schluss mit einer Metonymie aufpeppen
- Das Schriftbild sollte verändert werden
- der Satz sollte mit passendem Bildmaterial untermalt werden (Irgendwas)
- Musik, Ja, musik muss drunter, was Schweres oder was Leichtes


Dann wirkt das, sagt der Werber.
Der Text ist nicht wirklich catchy.
Da muss Unterstützung ran.
Pepp.
Dann ...
Dann ja
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Ästhetisierungstrend
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Beitrag von Ästhetisierungstrend »

Die deutsche Geschichte ruhen lassen? Haha, gerne, gerne... aber nicht bevor wir sie in diesem fantastischen Simulationsmodell von Baudrillard untergebracht haben!

das Modell besteht aus 3 sog. "Simulakra":

Simulakrum erster Ordnung = Äquivalenzphase. Ziel ist Abbildung von Natur. Prinzip der Homogenität, Imitation, Identität.
Simulakrum zweiter Ordnung = Ersetzen von Imitation durch Produktion. Ziel ist Beherrschung und Bearbeitung von Natur. Prinzip der Serialität, Dialektik. Beginn der Abwendung vom und Auflösung des Realen: Bezug von Signifikat/Signifikant wird im kapitalistischen Warenaustausch erstmals aufgehoben.
Simulakrum dritter Ordnung = Ersetzen von Produktion durch Reproduktion und Simulation. Realität wird vollständig überdeckt, es gibt kein Außerhalb der Welt des Codes. Prinzip der Indifferenz, Sinnleere/-losigkeit. Semantische Äquivalenz von Signifikat und Signifikant verschwindet: Gleichsetzung aller Bedeutungen, Differenzen etc

na, wo passt da die neuere deutsche Geschichte hin? Oder braucht es dafür ein eigenes Simulakrum? Und wenn ja: wie könnte dieses aussehen?
Adorno
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Beitrag von Adorno »

Ich glaube, mit Baudrillard ist hier wenig gewonnen. Ich bspw. habe noch gar nichts von ihm gelesen, und allein das sollte uns doch schon zu denken geben.

Dagegen hat uns Michael Walzer zu diesem Thema einiges zu sagen. In seinem schönen Aufsatz "Mut, Mitleid, und ein gutes Auge. Tugenden der Sozialkritik und der Nutzen von Gesellschaftstheorie (Dt. Zeitschrift für Philosophie, 48 (2000) S. 718) instauriert er den Typus der 'patriotischen Kritik'. Kritische Gesellschaftsanalyse ist legitim dann und nur dann, wenn sie sich ihrer Gesellschaft 'verbindet', ihr 'loyal' ist. Ein externalistischer Kritiker, welcher - als Kant'scher Solipsist - den frei gewordenen Platz des allsehenden Gottesauges einnimmt, um eine Gesellschaft grosso modo in ihren Systemzusammenhängen zu durchschauen, verschuldigt sich mithin an seiner eigenen Ontogenese, verleugnet, daß er selbst dem Volkskörper entstammt, den er bekrittelt. Dann muß er sich nicht wundern, wenn der colère publique (Luhmann, Das Recht der Gesellschaft) über ihm einbricht.

Insbesondere denke ich da natürlich an jene Unversöhnlichen, die alte Wunden aufhalten, ja Salz in sie streuen, um daraus ihren eigenen Profit zu schlagen. Wir sollten endlich aufbegehren gegen all die Miesmacher und Schwarzseher, die einfach nicht einsehen wollen, daß gewisse Stationen der deutschen Geschichte inzwischen aufgearbeitet sind.
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hessen-wohin
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Beitrag von hessen-wohin »

Adorno hat geschrieben:...Michael Walzer...
Dass die Amis beim Übersetzen aus Walser Walzer machen, ok, aber warum um Gottes Willen wird aus Martin Michael? Ich meine, God bless dieses Volk, aber kann mir das einer erklären? Wir nennen ihren Präsidenten doch auch nicht Helmut M. Busch.
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Saftpresse
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Beitrag von Saftpresse »

Erde an Hessen-wohin, Erde an Hessen-wohin:
Der aktuelle Bundekanzler heißt mit Vornamen Gerhard.
Over
die sagenhafte Saftpresse...

...vermöbelt gerne Büttenredner.
Gesprächstourist
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Beitrag von Gesprächstourist »

Saftpresse hat geschrieben:Erde an Hessen-wohin, Erde an Hessen-wohin:
Der aktuelle Bundekanzler heißt mit Vornamen Gerhard.
Over
:D :D :D :D
Wer's nicht glaubt, wird selig
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hessen-heidegger
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Beitrag von hessen-heidegger »

Walzer, der ein strikter Gegner jedes Nationalismus ist, meint, die Kritik des Intellektuellen an der Gesellschaft soll "loyal" sein in dem Sinne, dass sie konstruktiv und kontextbezogen, mithin sogar also der Gesellschaft nützlich sein sollte. Das ist natürlich Schwachsinn, denn der wahre Intellektuelle sollte seine Kritik so unkonkret und abstrakt wie nur möglich formulieren, damit sie für kaum jemanden verständlich, geschweige denn von irgendwelchem Nutzen ist.

Interessant finde ich den im Zusammenhang mit Walzer immer wieder auftauchenden Begriff des Postintellektuellen. Was sind das für welche? Sind solche Postintellektuellen vielleicht sogar unter uns?
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Bolton Wanderer
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Beitrag von Bolton Wanderer »

Christian Schwarzschilling dürfte der letzte Intellektuelle bei der Post gewesen sein, denke ich. Aber was sind das ...
Adorno hat geschrieben:(Dt. Zeitschrift für Philosophie, 48 (2000) S. 718)
...für Zeitschriften, die offenbar wöchentlich, in mindestens 718-seitiger Stärke erscheinen? Soetwas kenne ich sonst nur von Versandhauskatalogen.
"Je größer der Stiefel, desto größer der Absatz"
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Ästhetisierungstrend
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Beitrag von Ästhetisierungstrend »

Adorno hat geschrieben:Ich glaube, mit Baudrillard ist hier wenig gewonnen.
8O ja, aber... aber.... aber das Simulationsmodell!
was hätte man damit nicht alles analysieren und differenzieren, interpretieren und reflektieren, abstrahieren, demonstrieren, affizieren und ja, sogar simulieren können! Disparate Begriffe zusammenbringen, metalogische Schlüsse ziehen, Deduktionen induzieren - ach was hätte man alles machen können, welche Chance vertan!

Ignorabimus?
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hessen-heidegger
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Beitrag von hessen-heidegger »

Ach, fast hätte ich es vergessen. Zum Thema "der Philosoph und die Volksgemeinschaft" habe ich sicherlich auch irgendwo irgendwas geschrieben; war es in Über den Humanismus [1947]? Oder wo? Naja, selber suchen und nachlesen.
Adorno
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Beitrag von Adorno »

I c h glaube, die Stelle war in ihrer Antwort auf Ernst Jüngers Nihilismusepistel (welche sich wiederum in der Festschrift aus Anlaß ihres sechzigsten Geburtstags findet). Nur ein Rat. Sie alter Narr.
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hessen-heidegger
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Beitrag von hessen-heidegger »

vielen "Dank", Adorno. Was wäre ich ohne Ihren Rat... Allerdings kann ich den Wisch nirgends mehr finden *schaut unetschlossen auf die sich auf dem Schreibtisch türmenden Blätter und Bücher*. Aber es muss Ende der 40er gewesen sein, als ich das schrieb, nach der Kehre, jaja. Wie auch immer, diese Geschichte kann man wirklich ruhen lassen.
Robert Mugabe
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Beitrag von Robert Mugabe »

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Zuletzt geändert von Robert Mugabe am 6. Jan 2017, 18:15, insgesamt 1-mal geändert.
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