Spiegel.de hat geschrieben:
Was die Videos von Albatros-Nestern auf der Insel Gough zeigten, fanden selbst die Biologen reichlich unappetitlich: "Es war ein Massaker", sagte Ross Wanless von der University of Cape Town in Südafrika. "Halbtote Jungvögel mit klaffenden Wunden und heraushängenden Gedärmen" hätten die Übeltäter zurückgelassen.
Die Schurken waren in diesem Fall einfache Hausmäuse. Wanless und Andrea Angel hatten die Nager schon lange im Verdacht, für den rätselhaften Schwund an Albatrosküken auf Gough verantwortlich zu sein. Nur jeder fünfte Jungvogel der bedrohten Art schaffte es dort, lebendig das Nest zu verlassen.
Das Forscher-Ehepaar zog daraufhin für ein Jahr auf die Insel, um die Albatrosse zu beobachten. Nächtliche Videoaufnahmen der Nester erlaubten keinen Zweifel an den Ursachen des Kükensterbens: Aggressive Mäuse fielen in Horden über die Nester her und knabberten die bis zu 200-mal größeren Jungvögel an. Die Nager bissen so lange in die immer gleichen Stellen, bis die Küken verbluteten oder an Infektionen starben, berichtet der Online-Dienst des Wissenschaftsmagazins "Nature".
Aber keine Sorge, die Albatross-"Polizei" sieht nicht länger tatenlos zu:
Wanless und Angel, die ihre Ergebnisse in dieser Woche auf einer Konferenz in Brasiliens Hauptstadt Brasilia vorstellten, wollen dem Treiben auf Gough nun ein baldiges Ende bereiten. Denn die vom Aussterben bedrohten Albatrosse gelte es zu schützen - weshalb die Mäuse kurzerhand von der Insel fliegen sollen.