der superarsch-faschismus-thread

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Larifari
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Beitrag von Larifari »

Gesprächstourist hat geschrieben:In den 60-er Jahren wurde an vielen Schulen diese Epoche im Geschichtsunterricht völlig totgeschwiegen. Dennoch gab es nahezu keine Neonazis.
Nach meinen Kenntnissen trifft dies nur auf die 50er und die frühen 60er Jahre zu, in denen es keine explizit nationalistischen Organisationen mit nennenswertem Erfolg gab. 1965 (?) wurde die NPD gegründet, die ein paar Jahre später in vier Landtagen vertreten war und auch schon den nächsten Mord auf dem Gewissen hatte. Gut, das waren nicht nur Neo-, sondern zum guten Teil auch Altnazis und neue Mitläufer.
fathermucker hat geschrieben:Für moralisch einwandfreie Menschen wie mich gibt es Humorverbot auf Themen wie Hitler/3.Reich,Kindesmißbrauch,Hungersnöte,Vergewaltigung,u.ä.
Meinen Sie das "moralisch einwandfrei" ernst? Wenn ja, wie beurteilen Sie das? Moral ist subjektiv. Sie mögen für sich moralisch einwandfrei sein, vielleicht sind Sie es aber (rein hypothetisch) für mich nicht?
Saftpresse hat geschrieben:Um vorzubeugen: Ich wollte damit nicht sagen, dass Jörg Haider ein Neonazi ist...
Nun, immerhin stammen er und die FDP ... uuups ... ich meine natürlich die FPÖ ... tatsächlich aus der Neo-Nazi-Ecke. Das sich die Partei gewandelt und sich einen bürgerlich-demokratischen Anstrich gegeben hat, war wohl notwendig, um eine völlige Bedeutungslosigkeit zu verhindern. Ich frage mich, ob Haider z.B. sein gesamtes früheres Gedankengut einschließlich positiven Bezuges auf das NS-Regime aufgegeben hat. Diesbezüglich habe ich ernsthafte Zweifel.
fathermucker hat geschrieben:Dabei sind die meisten gar nicht blöde,sondern nur Opfer. Victims of circumstances halt.
Trotzdem sind sie für ihre Taten mitverantwortlich. Der Mob, der in Lichtenhagen beim Anzünden eines Flüchtlingsheimes applaudiert hat, ist dafür verantwortlich. Auch wenn es sich in anderer Hinsicht um "Opfer der Umstände" handelt.
Gesprächstourist hat geschrieben:
Larifari hat geschrieben:Ich bin übrigens schon mal von einigen Nachwuchs-Nazis angegriffen worden, weil mich ihr peinliches Auftreten wieder und wieder zu einem Grinsen herausgefordert hat. Ja, so kann's gehen!
So war's natürlich auch nicht von mir gemeint: eine Horde von Dumpfbacken des Nachts auf der Straße auszulachen.
So hatte ich Sie auch nicht verstanden. Aber manchmal hat man halt bestimmte Reflexe...
An dieser Stelle möchte ich anmerken, daß ich es geradezu niederschmetternd finde, daß es Situationen gibt, in denen eine intellektuelle Überlegenheit gegenüber roher Gewalt leider nicht den Hauch einer Chance hat. Manchmal (und darüber sollte man auch mal diskutieren, aber nicht an dieser Stelle) hilft gegen Nazis eben auch nur physische Gewalt.
Gesprächstourist hat geschrieben:Die Brandstifter haben heute ganz andere Namen. Und ihre Botschaften klingen oftmals harmlos.
Siehe Haider, aber nicht nur. Insofern war der letzte Superlupo-Titel sehr gut, auch wenn er sich auf einen ziemlich offensichtlichen Brandstifter bezog. Aber mir läuft es auch kalt den Rücken runter, wenn ich von Leuten, die ich kenne (aber deswegen noch lange nicht schätze, z.B. einige meiner Studienkollegen), zu hören bekomme, daß Ausländer sowieso meistens Vergewaltiger und Drogendealer sind - und das in Leipzig, wo wir einen Ausländeranteil von gerade mal sechs Prozent haben. Vielleicht bedingt sich das auch gegenseitig.

Das führt mich direkt zu Folgendem:
Gesprächstourist hat geschrieben:Wobei ich den Anteil "intelligenter" Menschen mangels gesicherter Kenntnis nicht kommentieren möchte, "akademische Bildung" ist allerdings noch nie eine Garantie für menschenwürdiges Verhalten gewesen.
Da stimme ich ihnen zu. Intelligenz (vielleicht sollte man das auch nochmal genau definieren; dennoch glaube ich, daß es intelligente Nazis gibt, auch wenn sie einige entscheidende Bildungs- und Wissenslücken (und nicht nur solche) haben) ist kein Hinderungsgrund, ein Verbecher zu sein. Und soweit ich weiß, liegen Burschenschaften, obwohl man sie an den Universitäten keineswegs zum Mainstream zählen kann, durchaus im Trend.

Für mich ist Satire über solche Typen momentan in erster Linie ein Mittel, um sie irgendwie zu ertragen, womit ich nicht gesagt haben will, daß ich aufgrund des Satirekonsums davon abgehalten werde, auf andere Weise etwas dagegen zu unternehmen.

Es müssen durchaus auch keine hochtrabenden intelligenten Satiren sein. Den Klospruch "Wie Adolf Hitler sitz' ich hier, die braune Masse unter mir" finde ich z.B. auch sehr treffend und sogar amüsant.
Ryan hat geschrieben:Eine Bitte an GT: haben Sie eine solche ausgeprägte Mitteilungssucht, dass Sie immer gleich einen Essay von Sartre'schen Ausmassen schreiben müssen?
Ich werde sprachpingelig: Das war ja wohl keine Bitte, sondern eine Frage. Auch ich finde es recht anstrengend, mich durch die Beiträge von GT zu arbeiten, finde darin aber viele interessante Aspekte. Ob da wohl trotzdem eine Verdichtung möglich ist? Obwohl, schreibe ja auch nicht gerade wenig...
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Ryan
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Beitrag von Ryan »

OK, ja es war eine Frage, obwohl eigentlich auch eine Bitte...
Larifari hat geschrieben:Obwohl, schreibe ja auch nicht gerade wenig...
Stimmt!
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Larifari
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Supermacho Larifari zum Thema Sex

Beitrag von Larifari »

bob hat geschrieben:zum thema sex:
Ich finde, das ist sehr dünnes Eis, weil es oftmals nicht um Sex, sondern um Sexismus geht. Sexualität (und hier vor allem die weibliche bzw. deren Darstellung) wird eben an den meisten Stellen genutzt, um etwas ganz anderes zu vermarkten. Nackte Frau - schaut jeder sofort hin, gute Werbewirkung.
Die (längst nicht vollständige) Enttabuisierung von Sexualität ist in ziemlich seltsame Bahnen abgedriftet. Die meiste Darstellung von Sexualität, Witze mit sexuellem Inhalt usw. haben einen zumindest partiellen erniedrigenden Gehalt gegenüber Frauen, aber auch Homosexuellen incl. Schnittmenge.
In dieser Hinsicht bin ich mir auch bei Superlupo manchmal nicht so sicher, ob das jetzt nicht unter aller Sau war. Wie gesagt, mir geht es bei der Bewertung von Satire nie um das Thema, sondern um die Intention. Und bei dem Thema - im Gegensatz zu beispielsweise Faschismus und ähnlichem - bin ich mir über die Hintergedanken der Superlupo-Macher vollkommen im Unklaren. Andererseits fand ich die Dieckmann-Seitenhiebe (eben auf einen, der es einfach nicht lassen kann) vollkommen korrekt.
Recht haben Sie auf jeden Fall damit, daß das Ganze zur Zeit vollkommen überzogen ist. Gerade deswegen finde ich, daß es mit SEX an sich nichts mehr zu tun hat. Oder ist Ficken doch das gesellschaftlich wichtigste Thema?
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Larifari
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Beitrag von Larifari »

Noch was zur persönlichen Betroffenheit: Das und die folgenden Beiträge sollte ich eigentlich nicht witzig finden. Tu ich aber trotzdem. Vor einem Jahr hätte ich die Verfasser für solche Beiträge gehaßt.
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Pelzer
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Beitrag von Pelzer »

dieser thread heißt ganz einfach so, weil er so leicht zu identifizieren war/ist: wurde aus dem superarsch-strang abgekoppelt und hat eine faschismus-diskussion zum inhalt. ich finde, überschriften müssen keine inhaltsangaben sein, speziell nicht, wenn sie allen schon bekannt sind, weil aus einem publikumsträchtigen strang rausgenommen wurden.

zur diskussion zwei fragen:
kommt es nicht drauf an, wer wem welchen witz erzählt (wem gegenüber würde ich das wort neger gebrauchen, wem gegenüber nicht? wo ist ein pissoir kunst, wo bloß ein pissoir?)
und macht sich SuperLupo / satire über opfer lustig oder über die art und weise, wie sie bzw. bestimmte sachverhalte in den medien aufbereitet/rezipiert werden? m.a.w.: ist da nicht noch eine meta-ebene, die berücksichtigt werden muß? (siehe frage eins)
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widerstand
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Beitrag von widerstand »

:::gesprächstourist, wir haben dich durchschaut!!! deine zermürbungstaktik wird nicht aufgehen!!!massive überflutungstrategien werden nichts nützen!!!
widerstand organisiert sich + lebt!!!
wir sind jung / zu allem entschlossen / und wir sind zu dritt
gesprächsturist, wir beobachten dich!!! vorsicht!!!

widerstand lebt!!!!!!!
bob
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Beitrag von bob »

wer wem welchen witz, durchaus, natürlich, ja.
man kann es nicht allen recht machen (mir mal gar nicht ? )

es geht nicht um den humor im allgemeinen, sondern - sehr speziell - um den satirischen. man sollte das trennen, denke ich, und massstäbe gibt es, denke ich, auch.

schlicht komisches, unterhaltendes findet anderweitig seinen platz.

obs dann jeweils geklappt hat mit der satire mag im einzelfall verschieden sein ( finde, mal nein, aber durchaus auch: ja. oder so. )
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Beitrag von Gesprächstourist »

Eine Bitte an Herrn Ryan ....

...um Nachsicht.
Ryan hat geschrieben:Eine Bitte an GT: haben Sie eine solche ausgeprägte Mitteilungssucht, dass Sie immer gleich einen Essay von Sartre'schen Ausmassen schreiben müssen?
Bei manchen Statements ist der Weg (die Begründung) dorthin mindestens ebenso wichtig wie das Ergebnis.

Apropos: Die Nähe zu Sartre ist natürlich zu viel der Ehre.

Geehrt

Ihr GT

(Es waren zu viele Schreibfehler drin, ich musste es einfach verbessern)
Zuletzt geändert von Gesprächstourist am 5. Dez 2002, 04:40, insgesamt 1-mal geändert.
Wer's nicht glaubt, wird selig
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Beitrag von Gesprächstourist »

Hochvereehrte Widerständler,
widerstand hat geschrieben:wir sind jung ... und wir sind zu dritt
O.k., o.k., kauf ich halt noch ein Überraschungsei mehr...

Kommen Sie zum Mittagessen oder zum Kaffee?

Ihr GT
Wer's nicht glaubt, wird selig
bob
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betroffen, durchaus

Beitrag von bob »

lieber larifari !

DAS ist schon ok. :)
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrte Herren Widerstand,

auf Ihren Beitrag hin habe ich drei Patriot-Raketen auf dem Dach installiert.

Aber nichts passierte bisher

Würden Sie jetzt bitte endlich angreifen? Ich wär soweit.
Wer's nicht glaubt, wird selig
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Larifari,

dankeschön für Ihre Antwort. Ich möchte auch gleich darauf antworten und die drei Widerständler nicht enttäuschen, die nur darauf hin hecheln, dass ich etwas schreibe. Ich werde versuchen, sie nicht zu enttäuschen, gleichzeitig, Ihnen dennoch höchstmögliche Qualität angedeihen zu lassen.
Larifari hat geschrieben:Nach meinen Kenntnissen trifft dies nur auf die 50er und die frühen 60er Jahre zu, in denen es keine explizit nationalistischen Organisationen mit nennenswertem Erfolg gab.
Nein, in den 70-ern war der Geschichtsunterricht bedeutend besser (informativer), aber rechtsradikale Aktivitäten wurden erst Ende dieser Dekade relevant. Vor allem: Es waren keine so genannten Neonazis heutigen zuschnitts, sondern es war ein Sammelsurium aus Altnazis, Nichtwählern und "protestwählern". Vor allem in Baden-Württemberg.
Larifari hat geschrieben:1965 (?) wurde die NPD gegründet, die ein paar Jahre später in vier Landtagen vertreten war und auch schon den nächsten Mord auf dem Gewissen hatte. Gut, das waren nicht nur Neo-, sondern zum guten Teil auch Altnazis und neue Mitläufer.
Richtig. Wobei die "Mitläufer" noch keine bedeutende Rolle spielten. Am Anfang waren es die stummen (feigen) Wähler. Gemäß dem "Stigma", Juden ermordet zu haben, war es auch eines, wieder einer Vereinigung anzugehören oder eine zu wählen, die diese Verbrechen seinerzeit begangen hatten. Juden ermordet zu haben war damals nicht in.

Deswegen waren und sind diese Kanaillen aber nicht verschwunden.
Larifari hat geschrieben:Ich bin übrigens schon mal von einigen Nachwuchs-Nazis angegriffen worden, weil mich ihr peinliches Auftreten wieder und wieder zu einem Grinsen herausgefordert hat. Ja, so kann's gehen!
Ohne Frage ist es höchst gefährlich, dumpfer Aggression mit Humor oder gar Spott zu begegnen. Und ich habe ja auch nicht gesagt, dass Satire ein Allheilmittel gegen Idiotie (wir reden hier ohnehin die ganze Zeit nur über Nazis, nicht über die anderen grotesken Phänomene unserer Zeit) sein kann! Aber als Mittel in den Medien könnte es helfen.
Larifari hat geschrieben:Intelligenz (vielleicht sollte man das auch nochmal genau definieren; dennoch glaube ich, daß es intelligente Nazis gibt, auch wenn sie einige entscheidende Bildungs- und Wissenslücken (und nicht nur solche) haben) ist kein Hinderungsgrund, ein Verbecher zu sein. Und soweit ich weiß, liegen Burschenschaften, obwohl man sie an den Universitäten keineswegs zum Mainstream zählen kann, durchaus im Trend.
Hierzu gäbe es viel zu sagen. Viel zu viel, als dass mir nicht die "Widerständler" (s.o.) auf den Hals rückten, die jedoch meine Überraschungseiofferte nicht angenommen haben. Sollen sie doch sehen, wo sie ihre Eier herkriegen.

Äh, zurück zur Sache: Ich bin der Auffassung, dass der Faschismus (jeder Art, ob deutsch, italienisch, chilenisch etc.) nur mit dummen menschen existieren kann, da die Botschaft per se höchst dumm ist.

Ja, es gab und gibt ein paar Gestalten in der Nazi-"Szene", die man nicht als unintelligent bezeichnen kann. Aber dadurch werden sie weder wirklich richtig intelligent noch gar Integrationsfiguren. Sie sind Erfüllungsgehilfen, die anderen die geistigen Steigbügel halten. Es sind so Gestalten wie Frey (DVU), der unsägliche Verleger, der schon längst aus der Medienlandschaft ausgemustert gehört. Diese Leute haben schon vor 30 Jahren den Blätterwald durchwachsen, niemand hat ihnen jedoch Einhalt geboten.

Ich denke, Faschismus ist mit Intelligenz grundsätzlich nicht kompatibel. Einige wenige "Intellektuelle" (weitaus weniger als üblicherweise an Regierungen beteiligt sind) haben sich seinerzeit in Deutschland, Österreich, Italien und Spanien dem Faschismus angeschlossen, da sie als Organisatoren und Logistiker gebraucht wurden und sie daher eine Karriere witterten. Die sie dann für einige Zeit (in Deutschland: 12 Jahre!) genossen. Danach leider manche noch länger.

Aber das ist ein anderes Thema.
Larifari hat geschrieben:Für mich ist Satire über solche Typen momentan in erster Linie ein Mittel, um sie irgendwie zu ertragen,
Ja. Lachen heilt. Und die meisten Satiriker/Kabarettisten werden zu solchen, weil sie die Realität nicht ertragen können. Aber es als "Mittel" zu betrachten verkehrt m.E. Ursache und Wirkung.
Larifari hat geschrieben: womit ich nicht gesagt haben will, daß ich aufgrund des Satirekonsums davon abgehalten werde, auf andere Weise etwas dagegen zu unternehmen.
Eben. Satire ersetzt nichts. Nicht Ihre Aktivitäten und nicht die anderer.

Und vor allem: Satire ist nicht ein geistiger Polizeieinsatz (dessen physische Entsprechung mitunter bei Aufmärschen mehr als wünschenswert wäre). Satire ist auch nicht ein plauschiges Scherzchen, das ein "hach" hervorrufen soll oder sollte.

Satire ist kein Genre, dessen man sich bedient, weil es schick ist oder Spaß macht. Satire ist nicht zielgerichtet, ist kein Mittel zu einem Zweck.

Wenn sie das ist, taugt sie nichts.
Larifari hat geschrieben:Auch ich finde es recht anstrengend, mich durch die Beiträge von GT zu arbeiten, finde darin aber viele interessante Aspekte.
Es gilt wohl eher als eitel, freundliche Kommentare freundlich zu beantworten. Ich möchte es hier einfach tun: vielen Dank, Herr Larifari. Es tut gut.

Und natürlich bin ich nicht böse wegen anderer, die es anstrengend finden, meine Beiträge zu lesen. Aber wer es nicht möchte, muss es doch gar nicht.

Bis bald

Ihr GT
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Bolton Wanderer
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Faschismus & kein Ende

Beitrag von Bolton Wanderer »

Zuviel wurde hier für meinen Geschmack in einen Topf geworfen, um den ganzen noch etwas abgewinnen zu können.

Was mir diese Diskussion aber einmal mehr zeigt ist, dass dieses Thema, diese zwölf Jahre "Tausendjähriges Reich", besser als jedes andere dazu geeignet ist, persönliche Defizite mit dem Prädikat "moralisch besonders wertvoll" zu veredeln und auszustellen.
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Re: Faschismus & kein Ende

Beitrag von Gesprächstourist »

Tut mir Leid (nein, ehrlich gesagt, nicht), Herr Wanderer,

ein bisschen mehr wäre schon nötig gewesen, um die Überlegenheitsattitüde zu untermauern. Das hier ist dürftig. Sehr.
Bolton Wanderer hat geschrieben:Zuviel wurde hier für meinen Geschmack in einen Topf geworfen, um den ganzen noch etwas abgewinnen zu können.

Was mir diese Diskussion aber einmal mehr zeigt ist, dass dieses Thema, diese zwölf Jahre "Tausendjähriges Reich", besser als jedes andere dazu geeignet ist, persönliche Defizite mit dem Prädikat "moralisch besonders wertvoll" zu veredeln und auszustellen.
Es ist schlampig geschrieben und schlampig gedacht. Eben mal nach dem Aufstehen dahingerotzt.

Das ist weder satirisch noch gehaltlich wertvoll.

Auf ein Neues. Sie können's doch (vielleicht)?

Ihr GT
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Re: Faschismus & kein Ende

Beitrag von Bolton Wanderer »

Gesprächstourist hat geschrieben:Es ist schlampig geschrieben
Da haben Sie allerdings recht.

Was mich ganz besonders stört ist die direkte Verbindung von damals zu den heutigen Neonazis. Damit wird diesen Leuten ein Fundament gelegt, dass diese gar nicht verdient haben. Meiner Ansicht ist für das Aufkommen dieser Szene rund dreissig Jahre Büßermentalität, - nicht alleine, aber so doch in der Hauptsache -, mit verantwortlich und ich weigere mich diese Kerbe weiter zu vertiefen.

Eine Aufarbeitung der Geschichte ist erst möglich, wenn man diese akzeptiert hat.

Im übrigen war nicht ich es, der verschiedene Teilnehmer hier als moralisch höher stehend bezeichnet hat als andere, oder gar als die gesamte Kriegsgeneration, sondern die, die sich offenbar als solches halten selbst waren es. Und Satire konnte ich dabei ebenfalls keine entdecken.
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