Die Ostschul-Enten

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der schwule guido

Die Ostschul-Enten

Beitrag von der schwule guido »

Die Ostschul-Enten
Schüler der 3a hatten Eier im Brutkasten Federvieh steht jetzt neben der Tafel
Lemgo (ax). Es gibt ihn doch: Unterricht am lebenden Objekt. Nicht aus Büchern oder auf Fotos sollten die 25 Kinder der 3a an der Ostschule den Weg vom Ei zur Ente nachvollziehen. Nein, reale Enten-Welt war angesagt. In dieser Woche schlüpften die ersten Küken im Schulkeller. Jetzt sitzen die gelben Zweibeiner in einer Wanne neben der Tafel.

Wie kam es dazu? Referendarin Bettina Heidrich, die in der 3a Unterricht gibt, lebt auf einem Bauernhof. Sie hatte die Idee, eine paar Enten- und Gänseeier nicht daheim, sondern in der Schule ausbrüten zu lassen. Also brachte sie Eier und Brutkasten mit und alles wurde im Keller verstaut. Das ist 30 Tage her. Solange brauchen die kleinen Tiere, um zu wachsen und schließlich die Eierschale einzupicken. Täglich war Besuchzeit, vorzugsweise Lehrerin Christa Wolf und eine Handvoll Schüler kümmerten sich um die Betreuung der Eier.

Diese mussten ab und an mit Wasser besprüht, teilweise sogar komplett gewässert werden. So zog es Lehrerin Wolf und die Kinder auch am Wochenende in den Schulkeller. Dienstag verließ das erste Küken die sichere Hülle und erblickte nicht nur das Licht der Welt sondern auch die neugierigen Kinderaugen. Was zwar keine Vater- und Muttergefühle in der 3a freisetzte, aber gleichermaßen das Federvieh nicht unbeeindruckt ließ. Wolf: "Wenn sich ein Kind der Wanne nähert, werden die Küken ruhiger." Überhaupt sind die kleinen Tiere, gestern um 10.30 Uhr waren es fünf, es kommen aber regelmäßig weitere aus den Eiern, die Attraktion der Schule. Alle Kinder haben sich schon im Keller aufgehalten und einen Blick durch das Glasdach des Brutkasten geworfen. Einige Eier hatten auch Nummern auf der Schale; mit Filzstift beschriftet. Die Kinder wollten mal sehen, aus welchem Ei das erste Küken kommt. Die ganz ungeduldigen riskierten zwischendurch auch Blicke in die Tiefe der Schale. Mit einer Taschenlampe beleuchtet, war es möglich, zu prüfen, ob im Ei überhaupt Leben entsteht. Biologie in Reinkultur.

Lange wird der Enten- und Gänsenachwuchs allerdings nicht mehr in der Plastikwanne an der Ostschule bleiben können. Demnächst kehren die Küken auf den Bauernhof zurück. Einige Mädchen aus der 3a, die einen großen Garten daheim haben, meldeten bereits Interesse für die Aufzucht des Federviehs an. Bis zur "Abreise"der Tiere kümmern sich die Mädchen und Jungen der Klasse mit Haferflocken, Löwenzahn und Brennesseln um den Wuchs der Enten und denken vielleicht schon an das nächste Projekt mit Tieren in der Schule.

Denn im vergangenen Jahr waren Kaulquappen dran, jetzt die Enten und Gänse was kann da noch kommen? "Schildkröten oder Krokodile", rief ein Schüler in den Klassenraum. Na dennÉ
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Pelzer
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Beitrag von Pelzer »

eine spitzen-meldung allerdings. daß christa wolf die zeit hat, sich um enteneier zu kümmer, finde ich sehr schön.
welche zeitung berichtet denn so engangiert?
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Barschel
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Beitrag von Barschel »

Pressemeldungen zur Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz lesen sich wie Satire, ich habe bei folgendem Artikel sehr gelacht.

Woran liegt das?
Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in der Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Agrarwende. Auf die geänderte Haltung des deutschen Bundestages zu einer entsprechenden Verfassungsänderung "habe die Tierwelt leider viel zu lange warten müssen", sagte BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm heute in Berlin. Der Umweltverband erwartet durch ein Staatsziel Tierschutz artgerechtere Haltungsbedingungen u.a. auch für landwirtschaftliche Nutztiere.

Timm: "Bisher sind nur Legehennen ab 2007 besser geschützt. Vor allem beim Mastgeflügel und bei Schweinen wird die industrielle Tierhaltung jedoch ausgeweitet. Verbesserte Tierhaltungsverordnungen für diese Nutztiere sind dringend erforderlich. Genehmigungs- und Subventionsregeln benachteiligen nach wie vor die artgerechte Tierhaltung in der Landwirtschaft. Das Staatsziel Tierschutz bietet neue Chancen, den Ausstieg aus tierquälerischen Haltungsmethoden zu beschleunigen."

Der BUND hatte in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass in Deutschland der Trend zur Massentierhaltung - entgegen dem Kanzlerwort von einer 'Abkehr von den Agrarfabriken' - weiter anhält. Die größten Zuwächse seien bei Mastanlagen für Enten, Hähnchen und Puten geplant. Bei Schweinen und Legehennen gebe es ebenfalls einen Anstieg der Bauanträge. Eine Abkehr vom Leitbild der industriellen Tierhaltung sei nicht erkennbar.

Mehr Tierschutz in der Landwirtschaft werde es laut BUND erst geben, wenn tiergerechte Haltungsformen und eine Bindung der Tierhaltung an die Fläche stärker gefördert würden. Die Zusammenführung von Tierhaltung und Pflanzenbau in Einzelbetrieben müsse zukünftig wieder Grundlage der deutschen Landwirtschaft sein.
B
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HellBoy
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Beitrag von HellBoy »

Wie hiess nochmal dieser amerikanische Gefängnisbetreiber, der seine Häftling in der Wüste bei verschimmeltem Brot und abgestandenem Wasser draussen kampieren lässt, um in den Zellen ein Tierheim zu betreiben?
Dann wüsste man nämlich auch wie seine Frau heisst, die in der entsprechenden Doku zum Besten gab, dass man eine Gesellschaft ja daran messen müsste, wie sie die Tiere behandelt.
Verdammt, der Satan hat auch ne Webpage (um seine Gefangenen per Web-Cam der Öffentlichkeit zu präsentieren), muss mal suchen....
Kann sein, kann auch nicht sein.
Man weiss es nicht.
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hessen-wohin
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Beitrag von hessen-wohin »

das ist die Seite dieses Spassvogels.
http://www.mcso.org/
Die webcam ist aber verschwunden :(
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