Rechtschreibreform

Hauptforum - die Lobby eben.
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Quodlibet
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Beitrag von Quodlibet »

Guten Abend,
Gesprächstourist hat geschrieben: Man könnte aber auch jedem Haushalt einen Scanner mit einer OCR-Software schenken, die alles Schriftum aus neuer in alte RSR konvertiert.
Nur das nicht!!! (Und noch einmal: Nur das nicht!!!).

Haben Sie schon einmal das Rechtschreibprogramm Ihres Rechenknechtes bemüht?
Jeder Fünftklässler findet da noch Fehler. Jedoch Sie forderten weiter oben, daß hier Förderern des Analphabetismus nicht das Wort geredet werden dürfe.
Auch greift das ökonomische Argument nicht in einer Diskussion um die linguistische Relevanz oder Notwendigkeit der Rechtschreibreform, jedoch sah ich hierzu einen aufschlußreichen Bericht im Televisor: An einer Schule waren noch Geographiebücher mit den politischen Grenzen von 1989 im Gebrauch, es fehlte schlicht das Geld, aktuellere anzuschaffen. Ein Schüler kann wohl (da die Kinder ja nicht dümmer oder klüger sind, als wir es damals waren) DM- oder Euro-Beträge abstrahieren, wenn er aber ständig mit zwei verschiedenen Schreibweisen konfrontiert wird, dürfte das doch wenigstens irritierend wirken. Meiner - sicher antiquierten - Auffassung nach leitet sich Rechtschreibung von 'recht viel schreiben', aber auch recht viel lesen her; es ist aber ökonomisch unmöglich, sofort alles Schriftgut einem neuen Standard anzupassen.


Gute Nacht noch

Ihr Q.

P. S. Wer ist "Kahn", ich dachte bisher, das Boot sei voll???
Robert Mugabe
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Beitrag von Robert Mugabe »

Quodlibet hat geschrieben:Auch greift das ökonomische Argument nicht in einer Diskussion um die linguistische Relevanz oder Notwendigkeit der Rechtschreibreform, jedoch sah ich hierzu einen aufschlußreichen Bericht im Televisor: An einer Schule waren noch Geographiebücher mit den politischen Grenzen von 1989 im Gebrauch, es fehlte schlicht das Geld, aktuellere anzuschaffen.
Ich schätze, im Archiv so ziemlich jeder Tageszeitung findet man Berichte wie <a href="http://morgenpost.berlin1.de/archiv2002 ... >diesen</a> aus der Berliner Morgenpost vom 13.6.02, aus dem ich hier zitiere:
<i>«Fast alle Lehrbücher an unserer Schule sind noch in alter Rechtschreibung gedruckt», klagte eine Physiklehrerin einer Schöneberger Realschule, «von den Wänden bröckelt die Farbe(...)»</i>
Und während die Schulbuchbestände also erst schleppend auf den Reformstand von 1998 noch gebracht werden, wird gegenläufig die Reform schon wieder beständig zurückgebaut. Über das neue Wörterbuch etwa, das im Herbst bei dtv erscheinen wird, sagt der Autor (Professor Peter Eisenberg - ehemaliges Mitglied der Zwischenstaatlichen Kommission, im März 1998 unter Protest ausgetreten): <i>"Zur Buchmesse wird außerdem das neue, große Rechtschreibwörterbuch des Deutschen Taschenbuchverlages München erscheinen, das ein von mir verfaßtes Gesamtregelwerk enthält. Es fordert und formuliert ebenfalls den Rückbau der schlimmsten Fehler der Neuregelung."</i> (Märkische Allgemeine Zeitung, 17.5.02)
Eventuell wird man sich 2005 irgendwo in der Mitte treffen: Rückkehr zur herkömmlichen Rechtschreibung (ohne das so beim Namen zu nennen) bei Beibehaltung lediglich der Neuregelung der ss/ß-Schreibung, der Neuregelung der Dreikonsonantenschreibung (<i>Schifffahrt</i>, wenn auch nicht: <i>Mitttag</i>) und natürlich: der Neuregelung der Schreibung des Wortes <i>Tipp</i>.
Mehr als diese drei Punkte werden von der Rechtschreibreform nicht übrig bleiben - womöglich aber nicht einmal die.
Zuletzt geändert von Robert Mugabe am 6. Jul 2002, 09:24, insgesamt 1-mal geändert.
Scheinverfolger

Beitrag von Scheinverfolger »

Holla
Zu 2.: Man kann nicht "ein bisschen" Buch erneuern, ein paar seiten rausschneiden und andere wie SuperLupo-Fußballbildchen (huch, jetzt habe ich mich doch glatt verplaudert, hoffentlich merkt's der Block-, äh Torwart nicht) reinkleben.
Ebendieses wollte ich ein wenig unterstellen und mit meinem Mathebuchbeispiel illustrieren-aber es kömmt ja auch auf die Auflagenstärke an. Ich möchte mich (im Felde unbesiegt) aus dieser Diskussion dennoch retiriren, mir bleibt der Eindruck daß die Reform nicht so ganz nötig war, und ein Plebiszit sowieso Euro und RSR hinweggefegt hätte wie weiland die Air Force unser schönes Dresden...
Aber wir leben doch immer noch ganz gut damit, after all.
Bis auf die "Gräuel". Meine frühere Indifferenz den Greueln gegenüber ist jetzt einem schmerzhaften Zucken gewichen, wenn immer ich von einem solchen lesen muß. Die RSR hat auch moralisch voll eingeschlagen!

Viel schlimmer ist, daß nicht etwa Oliver Kahn, der immer noch beste Blockwart der Welt, sondern das Finanzhessentum uns an jeder Ecke auflauert.

Dem
: An einer Schule waren noch Geographiebücher mit den politischen Grenzen von 1989 im Gebrauch, es fehlte schlicht das Geld, aktuellere anzuschaffen.
muß ich allerdings entschieden dies entgegnen:
1.sind historische Quellen ein wichtiges Lernmittel
2.fehlt den Kindern seit der Entfernung der "vor 1914"-Karte sowieso die
Grundlage jeglichen gesunden Revanchismus'
und
3. habe ich
im Televisor
die erfrischende Geschichte des
schwarzen Spielers der polnischen Nationalmannschaft erfahren dürfen:
Er habe, so besagter Sudeten-Asamoah, von seinem afrikanischen
Heimatkontinent in ein Land mit starker Wirtschaft (jawoll) auswandern
wollen. Da sie aber von einer etwas älteren Karte gelernt hätten in der
Schule sei er nach Danzig gezogen...

Wir sollten dem Alter mehr Respekt erweisen.
P. S. Wer ist "Kahn", ich dachte bisher, das Boot sei voll???
Ein Marineexperte, ein Oberverdachtsschöp(-fer), ein Halt-wer-da
(bzw. Hessen-wohin)- ich kann mich hier nicht mehr sicher fühlen.
Um mich effektiv zu tarnen, werde ich ab jetzt ständig die Persönlichkeit wechseln müssen.
Herzlichst, ihr S.Rushdie 8O

P.S.
Ein Schüler kann wohl DM- oder Euro-Beträge abstrahieren
Hut ab!
Vor besagtem Schüler zumindest.
Aber was ist mit all den Anderen?
Sollten sie mit welchen in Kontakt stehen: ziehen sie ihnen die Hosen hoch!
P.P.S Halten sie mich ruhig für geschwätzig, aber ich bemerkte gerade den Beitrag von Herrn Mugabe.
Dazu: Die Forderung der Berliner Lehrerin scheint mir verständlich: Streichung von 1. RSR und 2. den Wänden.
Und außerdem erinnere ich mich an die Forderung (ich glaube der JuLis oder der JU), alle Stopschilder sofort zu demontieren, da für den Verfassungspatrioten ab sofort nicht mehr verbindlich, und umgehend durch STOPP-Schilder zu ersetzen.
Seitdem halte ich nur noch widerwillig an.
Gesprächstourist
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Mugabe,

da haben Sie sich aber wieder ganz schön ins Zeug gelegt, um mich vom rechten Weg der RSR abzubringen. So lobe ich mir den engagierten Vertreter einer althergebrachten Lehre - immer wehrhaft und, natürlich, bestens informiert.

Da ich gerade außer Haus und in einer Hotelpianobar bin, den Laptop on my knees, (Suzanna ist gerade beschäftigt...), muss ich Ihnen aus der Erinnerung des vor ca. sieben Stunden Gelesenen antworten. Also auf die hübschen Zitatkästchen verzichten. Sie sehen daran, wie sehr mich das Thema und die angeregte Auseinandersetzung mit Ihnen allen umtreibt...

Was mir heute auffiel: Wir bewegen uns zum Teil auf zwei verschiedenen Diskussionsebenen. Zum einen auf der linguistischen, der vor allem Sie nachgehen. Zum anderen auf der chronologischen, die für mich Grund für den Einstieg in die Debatte war. Hinzu kommt der pragmatische Aspekt, der mir, nachdem das Kind in den Krug gefallen ist, insofern wichtig ist, als ich ihn für meine These der Unumkehrbarkeit der nunmehr umgesetzten Beschlüsse heranziehe.

Ihre aus linguistischer Sicht vorgetragenen Argumente sind bislang völlig einleuchtend, und ich habe dem auch nicht widersprochen, ich zögere keinesfalls, Ihnen (nach Prüfung Ihrer Unterlagen) jedwede Qualifikation zuzusprechen. Ich bin jetzt schon davon überzeugt, dass Sie mit der Materie besser vertraut sind als ich. Wenngleich ich zu bedenken gebe, dass meine Beispiele für diverse, ebenfalls linguistisch nachvollziehbare Änderungen in diversen Fällen keine Beachtung fanden. Sollte hier gar der Ansatz einer Radikalisierung, ja, Fundamentalisierung der Diskussion erkennbar sein?

Selbstverständlich muss die grundsätzliche Logik so lauten: Werden in einem Regelwerk Einzelteile, die sich "bewährten", durch neue ersetzt, die dies nicht bewerkstelligen, und neue hinzugenommen, die durchaus sinnvoll sind, so kann man sich getrost fragen, was eigentlich gewonnen wurde. Alte Fehler gegen neue auszutauschen ist so schlau nicht.

Dass jedoch der alte Regelkatalog über die periodisch erfolgende Aktualisierung des Duden hinaus dringend der Erfrischung bedurfte, ist m.E. unzweifelhaft. Und dass bei der Komplexität der Thematik und der diversen "Interessen"gruppen Schwierigkeiten auftauchen würden, auch.

Zudem gebe ich zu bedenken, dass der Umfang einer Zitaten- bzw. Quellensammlung noch keine Garantie für die Richtigkeit des Standpunkts darstellt (das gilt übrigens auch für Fragen im sexuellen Bereich, hier jedoch modifiziert). Und so kann ich noch nicht in den Kuhlmann/frau-Lobgesang einstimmen, nur weil hier Fleißarbeit geleistet wurde. Wenn es darauf ankäme, würde ich Ihnen eine Zitatensammlung hinlegen, die sich gewaschen hat. Ist aber nicht sinnvoll, weil wir uns im Kern der Linguistiksache einig sind.

Was die Chronologie der Ereignisse betrifft, so weichen wir trotz lückenlos vorweisbarem Widerstandslebenslaufs bezüglich der Interpretation des Geschehenen deutlich voneinander ab. Ich möchte es nicht bezweifeln, dass es 550 Professoren (oder waren es mehr?) und 1498 Bürgerinitiativen gegeben hat... umso schlimmer. Denn sie waren offensichtlich nicht in der Lage, die öffentlichen Presseorgane, die qua Profession, ihren Beruf, dazu berufen gewesen wären, zu mobilisieren. Und dies kann ich beurteilen, da hier meine persönliche Erfahrung zählt. Das Thema RSR fand bis relativ kurz vor Toresschluss in der Öffentlichkeit nicht statt. Wer hätte denn die Prese daran hindern sollen oder wollen, dass darüber nicht berichtet wird?

Ich hatte von den eigenen Erfahrungen berichtet. Die sind mir natürlich wertvoller als Statements. Oder glauben Sie einem gegensätzlichen Polizeibericht, wenn Sie zweifelsfrei gesehen haben, dass das Unfallauto schon vorher eine Beule hatte?

Sie sehen, beim Auto hört der Spaß auf.

Es gab seinerzeit nahezu niemanden, der über die Jahre hinweg Lust hatte, über die RSR zu diskutieren. Weil es niemanden nicht interessierte. Soviel auch zumThema "Demokratie".

Und ich hatte über diese Erfahrungen geschrieben. Diese sind jedoch nicht in Ihr Argumentationsgefüge eingeflossen. Sehr schade, ja, ich bin sehr traurig.

Die Problematik: Sie argumentieren auf verschiedenen logischen Ebenen. Und ich antworte: Ja, die neue RSR ist nicht schlüssig. Ja, es gab (akzeptiert man die Quellen, die Sie nennen) Gruppierungen und Fachleute, die sich vehement dagegen aussprachen. Ja, es gab Presseinformationen über die neue RSR. Nein, es gab nicht die umfassende Information (wie sollte das auch gehen). Nein, die Presse hat nicht genug informiert (Filter!! Die informieren zehnmal lieber über einen Flugzeugabsturz!).

Aber das ganze Gekreische der RSR-Gegner (schulligung) kommt mir manchmal vor wie bei einem Haufen Kinder, der beim Spielplatz vergessen wurde, weil er nicht bemerkte, dass die anderen inzwischen weitergegangen sind.

Bleibt der pragmatische Aspekt. Und den bitte ich meinem Beitrag an Herrn Schönschein... egal, kein Mensch weiß, wie er mittlerweile heißt ... zu entnehmen.

Hach, was ist das aber auch anstrengend mit Ihnen.

Ermattete Grüße

Ihr GT

PS.: Ach ja, Magistra Artium ist per se auch noch kein Persilschein. Gell?
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Beitrag von Gesprächstourist »

hessen-oberverdachtsschöp hat geschrieben:Aha! hier wird also heimlich weiter über Kahn diskutiert.
Sofort aufhören damit!
In Ordnung, o.k. (maulend nach rechts ab)
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Schönschweinpfleger (ich bin übrigens fest davon überzeugt, dass Ihnen in spätestens ein, zwei Jahren die Buchstabenkombinationen mit eigener Vorgabe ausgehen werden),
Haben sie so schon wieder vergessen, wer von Kahn eine Entschuldigung ans Volk gefordert hat???
Wieso soll ich mich schämen?
Das sind zwei paar Hausschuhe.

Natürlich war ich es, der den Verräter der deutschen Fußballseele diese baumeln lassen sehen will. So weit, so fies.

Aber: Das "Schämen" bezog sich seinerzeit auf Ihre multiple Erscheinungsform. Obwohl Sie (das wird strafmildernd berücksichtigt, sofern sich überhaupt ein Richter finden sollte) dies selbst zugaben. Mugaben. Nein, es war schon richtig: zugaben. Inzwischen weiß ich ja um Ihre Identität. Bzw. das Nichtzuverlässigvorhandensein einer solchen.
Womit ich direkt zum nächsten Punkt komme: ich wollte ihnen weder Frömmigkeit noch Käsefüße unterstellen.
Das ist freundlich. Aber Sie hätten sich bis vor ca. 6 Jahren geirrt. Soll ich Ihnen ein Mittel dagegen verraten?
Ich habe mich einfach verbal aus dem Fenster gelehnt, um zu sehen ob sie wirklich der holländische Gegenpapst sind, aber inzwischen bin ich beruhigt.
Was heißt hier: beruhigt? Nehmen Sie mich jetzt nicht mehr ernst? Ich muss doch sehr bitten. Pax vobiscum.

Nun gut, ein kleines Grenzscharmützel unter Freunden... denn hier verstehen wir uns doch wieder glänzend.
Die Welt strebt stetig ihrem Untergang entgegen.
Ja.
Wie darf ich sie eigentlich in meiner (bald erscheinenden) Gesprächstourist-Biographie charakterisieren??
Ooooch, machen Sie, wie Sie wollen. Hauptsache, ich komm total gut dabei weg.

Schönen Dank im Voraus.

Ihr GT
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Beitrag von Gesprächstourist »

Lieber Herr Quodlibet,

das war natürlich nicht ganz fair, mich mit einem hoch brisanten Beitrag aufzureizen, um sich anschließend zur Ruhe zu verkrümeln, und jetzt sitze ich bis ins tiefste Morgengrauen hier (wie tief kann Grauen sein?) und grüble darüber nach...
Haben Sie schon einmal das Rechtschreibprogramm Ihres Rechenknechtes bemüht? Jeder Fünftklässler findet da noch Fehler.
Was ist das für ein hochbegabter Fünftklässler? Der Mann/die Frau wird Bundeskanzler/in werden.

Natürlich habe ich das Trennprogramm ständig im Einsatz. Und ich weiß, dass nur die Einstellung "manuell" praktikabel ist. Aber haben Sie etwas anderes erwartet? Es ist ein ziemlich zuverlässiges Schreibprogramm (wir reden doch beide von Word?), kein Profiprogramm wie QuarkX. Und auch dies können Sie im Dunkeln nie allein arbeiten lassen. Klar.
Jedoch Sie forderten weiter oben, daß hier Förderern des Analphabetismus nicht das Wort geredet werden dürfe.
Ihre Argumentation verstehe ich jetzt nicht so ganz, bin etwas irritiert: Weder hatte ich Fünftklässlern noch Rechtschreibprogrammen das Wort geredet.
Auch greift das ökonomische Argument nicht in einer Diskussion um die linguistische Relevanz oder Notwendigkeit der Rechtschreibreform,
Es hatte auschließlich mit der Machbarkeit zu tun. Ich habe dies aber m.E. recht ausführlich dargestellt. Man muss diese Ansicht selbstverständlich nicht teilen. Oder gar übernehmen.
jedoch sah ich hierzu einen aufschlußreichen Bericht im Televisor: An einer Schule waren noch Geographiebücher mit den politischen Grenzen von 1989 im Gebrauch, es fehlte schlicht das Geld, aktuellere anzuschaffen. Ein Schüler kann wohl (da die Kinder ja nicht dümmer oder klüger sind, als wir es damals waren) DM- oder Euro-Beträge abstrahieren, wenn er aber ständig mit zwei verschiedenen Schreibweisen konfrontiert wird, dürfte das doch wenigstens irritierend wirken.
Meine Rede. Deshalb ist die Umstellung so teuer, soll sie wirksam sein.
Meiner - sicher antiquierten - Auffassung nach leitet sich Rechtschreibung von 'recht viel schreiben',
Hier wächst zusammen (meinungsmäßig), was zusammen gehört. Würde gerne darauf antworten, muss aber noch so viel schreiben.

Grüße

Ihr GT
P. S. Wer ist "Kahn", ich dachte bisher, das Boot sei voll???
Dachte ich auch. aber ich täuschte mich. Es muss natürlich heißen: Der Kahn war voll.
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Mugabe,

auch hierzu möchte ich noch (nahezu im Koma, es ist wieder spät geworden, die vielen Leserbriefe, Sie wissen ja...) etwas erwidern.
Robert Mugabe hat geschrieben:Auch greift das ökonomische Argument nicht in einer Diskussion um die linguistische Relevanz oder Notwendigkeit der Rechtschreibreform,
Das zum Beispiel hatte ich nie behauptet. Sollte ich vielleicht das erste große und unglückliche Opfer der RSR werden?

Ich hatte von Anfang an in diesem Forum (ich bitte um Nachlesung!) meine Argumentation zum Status Quo verfasst.

Und niemals die die Unvollkommenheit der RSR in Frage gestellt.

Aber die Revision aus ökonomischen Gründen erwähnt.
Und während die Schulbuchbestände also erst schleppend auf den Reformstand von 1998 noch gebracht werden, wird gegenläufig die Reform schon wieder beständig zurückgebaut.
Wundert Sie dies? Oder: Ist dies nicht völlig normal in einer Zeit, in der die Medienbeliebigkeit ständig wächst?
Über das neue Wörterbuch etwa, das im Herbst bei dtv erscheinen wird,
Wer ist dtv? Ein Subunternehmen von Oliver Kahn?
sagt der Autor (Professor Peter Eisenberg - ehemaliges Mitglied der Rechtschreibkommission, im März 1998 unter Protest ausgetreten): <i>"Zur Buchmesse wird außerdem das neue, große Rechtschreibwörterbuch des Deutschen Taschenbuchverlages München erscheinen, das ein von mir verfaßtes Gesamtregelwerk enthält. Es fordert und formuliert ebenfalls den Rückbau der schlimmsten Fehler der Neuregelung."</i> (Märkische Allgemeine Zeitung, 17.5.02)
Das hat er schön gesagt. Schön plakativ. Und verräterisch.

Denn auch hier ist der Ton für mich suspekt: Ein Maestro fühlt sich in der Ehre gekränkt.

Aber das tut nichts zur Sache.

Jedoch ist es ein Indiz für einen größenwahnsinnigen Alleingang ("von mir verfasst", als wäre dies ein Individualverdienst, als wäre ein solches Werk das Ergebnis einer Handvoll Leute), der zu einer Art Sprachpartikularismus führen könnte. Hoffentlich nicht.
Eventuell wird man sich 2005 irgendwo in der Mitte treffen:
Das ist möglich. Bis dahin ist so viel Zeit vergangen, dass man den Kultusministerien (egal, wer die Wahl gewinnt) neue Ausgaben schmackhaft machen kann. Dass Haushalte wieder Spaß an Pisa-Verbesserungen haben. Und dass die Industrie wieder der Meinung ist, dass Geschäftsbriefe in ordentlichem Deutsch irgendwie besser rüberkommt.
Rückkehr zur herkömmlichen Rechtschreibung (ohne das so beim Namen zu nennen) bei Beibehaltung lediglich der Neuregelung der ss/ß-Schreibung, der Neuregelung der Dreikonsonantenschreibung (<i>Schifffahrt</i>, wenn auch nicht: <i>Mitttag</i>) und natürlich: der Neuregelung der Schreibung des Wortes <i>Tipp</i>.
Letzteres treibt Sie besonders um. Gell?
Mehr als diese drei Punkte werden von der Rechtschreibreform nicht übrig bleiben - womöglich aber nicht einmal die.
Ihren zukünftigen Frust möchte ich niemals erleben. Dabei bin ich fachlich recht nahe an Ihrer Meinung. Möchte aber nicht in den Strudel der abzusehenden Enttäuschung mit hinein gerissen werden.

Ich wünsche Ihnen noch alles Gute für Ihren weiteren kurzen Lebensweg... ohmeingott

Ihr GT
Wer's nicht glaubt, wird selig
Robert Mugabe
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Beitrag von Robert Mugabe »

Gesprächstourist hat geschrieben: Ich bin nicht genügend informiert über die Interna bzgl. der RSR, aber ich weiß, dass sie (die IDS-Mitarbeiter/-innen) ihren Anteil daran hatten, und der war nicht klein (...)
Hunderte von Fachleuten (da mögen durchaus auch Schwätzer und Wichtigtuer dabei gewesen sein, wie's halt so ist) haben eine Lösung gesucht, x-mal wurde ein Status Quo jedoch wieder verworfen. Und (was wirklich wichtig ist!) die Zwischenergebnisse wurden immer veröffentlicht, auch in diversen Tageszeitungen (ich habe dies seinerzeit immer wieder verfolgt!).
Das neue Regelwerk wurde im IdS ausgearbeitet, und zwar von diversen Rechtschreibkommissionen, denen von 1976 bis 1997 nicht hunderte, sondern insgesamt 20 Mitglieder angehörten. Und selbst diese 20 waren nicht alle Fachleute. Eines der 20 Kommissionsmitglieder, der damalige Leiter der Duden-Redaktion, Prof. Dr. Günther Drosdowski, hat die Arbeit in der Kommission später wie folgt beschrieben:
<i>"Ich habe mich mit meinen Vorstellungen von einer vernünftigen Neuregelung nicht durchsetzen können, bin immer überstimmt worden - in der Rechtschreibkommission und in den Arbeitsgruppen herrschten mafiaähnliche Zustände. Einige Reformer hatten von der Verschriftung der Sprache und der Funktion der Rechtschreibung für die Sprachgemeinschaft keine Ahnung, von der Grammatik, ohne die es bei Regelungen der Orthographie nun einmal nicht geht, sowieso nicht. Sie mißbrauchten die Reform schamlos, um sich Ansehen im Fach und in der Öffentlichkeit zu verschaffen, Eitelkeiten zu befriedigen und mit orthographischen Publikationen Geld zu verdienen. Selten habe ich erlebt, daß Menschen sich so ungeniert ausziehen und ihre fachlichen und charakterlichen Defizite zur Schau stellen. Es ist schon ein Trauerspiel, daß die Sprachgemeinschaft jetzt ausbaden muß, was sich Zabel, Schaeder, Heller und andere ausgedacht haben. "</i> (zitiert nach: Th. Ickler, Regelungsgewalt, St. Goar 2001, S.198f).

Was die Öffentlichkeitsarbeit der Kommission angeht, so findet man in einer Chronik der Reform aus der FAZ vom 5.10.2000 ("Die ungeliebte Rechtschreibreform" / von Kurt Reumann) beispielsweise Einträge wie diesen:
<i>"<b>1988/89</b> Der erste Entwurf gelangt aus Versehen an die Öffentlichkeit und scheitert am allgemeinen Protest."</i>
Oder auch diesen:
<i>"<b>1992</b> In Rorschach in der Schweiz verabschieden Sprachwissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Entwurf zur Rechtschreibreform. Er enthält kein Wörterverzeichnis, läßt daher keinen Schluß über das Ausmaß der geplanten Neuerungen zu. Zu Groß- und Kleinschreibung werden drei konkurrierende Vorschläge gemacht."</i>

Und 1995 antwortete auf die Frage: "Wissen die Deutschen in etwa, was auf sie zukommt?" der bayerische Kultusminister Zehetmair:
<i>"Nein, überhaupt nicht. Die breite Öffentlichkeit ist so gut wie gar nicht informiert."</i> ("Der Spiegel", 11.9.1995)

Auch Sie, lieber Gesprächstourist, waren und sind nicht nur 'nicht genügend', sondern nicht im mindesten informiert. Umso fester scheinen Sie allerdings zu glauben, sich auszukennen. Darf ich fragen, was Sie von Beruf sind? Journalist? Kabarettist?
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Wider die Prediger des Analphabetismus

Beitrag von Quodlibet »

Sehr geehrter Tourist,

sehen Sie mir mein plötzliches Entschwinden neulich nach, in meinem Alter ist eine geregelte Lebensführung wichtig und ich muß zu meinen Atemübungen im Morgentau des neuen Tages ausgeruht sein.

Nun, sicher kann man eine Software den jeweiligen Regelungen gemäß anpassen, jedoch erfordert auch dies die Kenntnis jener Regeln und selbst dann müssen Auge und Hirn wachsam sein. Ich habe mir den Spaß gemacht und eine Textprobe der neuen Regelüberprüfung unterzogen, zur einen Seite den Duden, zur anderen ein Bertelsmann-Regelwerk zum kontrollieren bereit. Nicht nur gab es mehrfache Differenzen, auch ein Befolgen der angebotenen Korrekturen hätten Fehler in den Text editiert. Ein Programm ist eben auch nur so gut wie die, die es geschrieben haben.

Schauen Sie sich doch mal auf einigen privaten Netzseiten um, Sie werden eine anschauliche Lektion zum Thema Computernutzer versus Orthographie und Grammatik erhalten.

Übrigens bin ich nicht Ihrer Meinung, daß ein Fünftklässler zur Beherrschung der Orthographie kanzlergleiche Fähigkeiten braucht. Viele ältere Menschen, die nur acht Klassen Volksschulausbildung genießen durften, sind sehr wohl sattelfest in (der alten) Rechtschreibung.

Geneigter Gruß

Ihr
Q.
Gesprächstourist
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Mugabe,

langsam gelange ich zu der Auffassung, dass Sie die Art meiner Argumentationsführung nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Ich habe von Anfang an (Sie können das jederzeit nachvollziehen, die Beiträge stammen vom 24., 25., 26.06 ff) weitestgehend aus einem anderen Blickwinkel geschrieben. Und Kenntnisdefizite eingeräumt.

Und eine Diskussion ist auch irgendwann mal ermüdend, wenn der eine Gesprächsteilnehmer (ich) dem anderen (Ihnen) die Kompetenz zuspricht, während der andere (Sie) dem einen (mir) Derartiges schreibt:
Auch Sie, lieber Gesprächstourist, waren und sind nicht nur 'nicht genügend', sondern nicht im mindesten informiert.
Soweit, so gut. Mag sein. Den Vergleich mit Ihnen hatte ich zu keinem Zeitpunkt angestrebt (im Gegenteil, im Beitrag zuvor hatte ich bekräftigt, dass Sie über die harten Daten offensichtlich besser Bescheid wissen.). Aber es ist gut zu wissen, wo ich stehe.
Umso fester scheinen Sie allerdings zu glauben, sich auszukennen. Darf ich fragen, was Sie von Beruf sind? Journalist? Kabarettist?
Hierzu ist dreierlei anzumerken:

1. Nein.

2. war mir nicht bekannt, dass Angehörige dieser Berufssparten von solchen Thematiken ausgeschlossen wurden (bei Torhütern würde ich dies noch verstehen). Ich fände es diesen Menschen gegenüber fair, wenn sie es vorher erfahren würden.

3. Was meine Erfahrungen betrifft, die ich im Umgang mit anderen bezüglich der Einführung der RSR gemacht habe, so kenne ich mich darin allerdings bestens aus. Bin geradezu Experte!

Wer eine sinnvolle Diskussion führen will, muss schlechterdings zumindest bemüht sein, die Argumente der anderen Seite (so sie überhaupt eine "andere" ist!) zu verstehen. Ansonsten handelt es sich um einen Monolog.

Ich habe Ihre Beiträge alle aufmerksam gelesen (allerdings nicht die ganzen 130 Seiten der Frau Kuhlmann, ich werde es auch nicht tun) und Ihnen dabei auch größtenteils Recht gegeben, was Ihre inhaltlichen wie formalen Einwände hinsichtlich der Vorbereitung der RSR betraf. Sie haben mich daraufhin mit einer Fülle von Quellenangaben und Zitaten versorgt, die allesamt sicherlich lesens- und bedenkenswert wären, hätten wir alle nur die Zeit dazu. Und glauben Sie mir, ich könnte, wenn ich wollte, einen ähnlichen Berg von Gegenzitaten und -statements anschleppen, in denen lauter Rechtfertigungen oder Erklärungen enthalten wären.

Ich will aber nicht.

Unter anderem deshalb, weil es für meinen Argumentationsstrang völlig irrelevant war und ist. Ich hatte vorwiegend über die subjektiven Erfahrungen in meimen Berufsalltag als Gesprächstourist gesprochen und das Gespräch gesucht. Ich werde dies nicht nochmals tun, weil alles nachlesbar ist.

Noch eine Anmerkung zum Stil Ihrer Diskussionsführung:

Ich bin nicht genügend informiert über die Interna bzgl. der RSR, aber ich weiß, dass sie (die IDS-Mitarbeiter/-innen) ihren Anteil daran hatten, und der war nicht klein (...)
Hunderte von Fachleuten (da mögen durchaus auch Schwätzer und Wichtigtuer dabei gewesen sein, wie's halt so ist) haben eine Lösung gesucht, x-mal wurde ein Status Quo jedoch wieder verworfen.

Mugabe hat geschrieben: Das neue Regelwerk wurde im IdS ausgearbeitet, und zwar von diversen Rechtschreibkommissionen, denen von 1976 bis 1997 nicht hunderte, sondern insgesamt 20 Mitglieder angehörten. Und selbst diese 20 waren nicht alle Fachleute.
Das nenne ich die gezielte Schaffung eines "Missverständnisses", ich hatte von insgesamt Hunderten von Fachleuten gesprochen, die insgesamt mit der RSR und ihrer Einführung befasst waren. Und das waren weitaus mehr als nur die Leute des IdS. Außerdem hatte ich sofort eingeräumt, dass darunter sicherlich auch Nieten gewesen sein können. Im Übrigen hat es wenig Sinn, mir ein Manko "nachzuweisen", das ich selbst vorher eingeräumt hatte.

Aber auch das tut nichts zur Sache. So oder so.

Ich bedanke mich für die (wenn auch lückenhafte) Aufmerksamkeit.

Ihr GT
Wer's nicht glaubt, wird selig
Gesprächstourist
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Re: Wider die Prediger des Analphabetismus

Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Quodlibet,
sehen Sie mir mein plötzliches Entschwinden neulich nach, in meinem Alter ist eine geregelte Lebensführung wichtig und ich muß zu meinen Atemübungen im Morgentau des neuen Tages ausgeruht sein.
Habe ich völliges Verständnis für. Bei mir ist es gerade andersrum: Ist das Nachtwerk nicht getan, finde ich keine Tagesruhe.
Nun, sicher kann man eine Software den jeweiligen Regelungen gemäß anpassen, jedoch erfordert auch dies die Kenntnis jener Regeln und selbst dann müssen Auge und Hirn wachsam sein.
Es unterliegt derselben Unzulänglichkeit wie der eines Übersetzungsprogramms. Der Nutzer muss es ständig auf seine Richtigkeit überprüfen, und das setzt Kompetenz voraus.
Nicht nur gab es mehrfache Differenzen, auch ein Befolgen der angebotenen Korrekturen hätten Fehler in den Text editiert.
Die Differenzen liegen u.a. daran, dass verschiedene Redaktionen verschiedener Regelwerkverlage (z.B. Klett, Bertelsmann, Duden etc.) verschiedene Schreibweisen "pflegen". Hinzu kommt, dass die "Redaktionen" der diesbezüglichen Softwareanbieter oftmals aus Programmierern mit einem Hang zur Legasthenie bestehen.

Und dann liegt es natürlich am Nutzer, seine Bibliothek ständig zu aktualisieren.
Übrigens bin ich nicht Ihrer Meinung, daß ein Fünftklässler zur Beherrschung der Orthographie kanzlergleiche Fähigkeiten braucht.
Das hatte ich auch nicht gemeint, vielmehr als ironischen Hinweis auf die Orthographiekenntnisse heutiger Schüler.
Viele ältere Menschen, die nur acht Klassen Volksschulausbildung genießen durften, sind sehr wohl sattelfest in (der alten) Rechtschreibung.
Ich hatte nie etwas anderes behauptet! Im Gegenteil: Bezüglich der Orthographiekenntnisse wirft (meiner Erfahrung nach) nahezu jeder 60-Jährige einen Abiturienten aus dem Rennen.
Geneigter Gruß
Und vice versa.

Ihr GT
Wer's nicht glaubt, wird selig
Rhönweinsieger

Beitrag von Rhönweinsieger »

Nanu ?
Gibt es für die Damen kein Wochenende?

Man sollte allen Ernstes mal in Betracht ziehen,
was die Reform meiner Ansicht nach zu einem gewissen (dem schlimmsten?) Teil erklären kann, nämlich:
in der Rechtschreibkommission und in den Arbeitsgruppen herrschten mafiaähnliche Zustände. Einige Reformer hatten von der Verschriftung der Sprache und der Funktion der Rechtschreibung für die Sprachgemeinschaft keine Ahnung, von der Grammatik, ohne die es bei Regelungen der Orthographie nun einmal nicht geht, sowieso nicht. Sie mißbrauchten die Reform schamlos, um sich Ansehen im Fach und in der Öffentlichkeit zu verschaffen, Eitelkeiten zu befriedigen und mit orthographischen Publikationen Geld zu verdienen. Selten habe ich erlebt, daß Menschen sich so ungeniert ausziehen und ihre fachlichen und charakterlichen Defizite zur Schau stellen. Es ist schon ein Trauerspiel, daß die Sprachgemeinschaft jetzt ausbaden muß, was sich Zabel, Schaeder, Heller und andere ausgedacht haben. "
die beschriebenen Zustände.
Wenn man das ernst nimmt, dann erübrigt sich doch der ein oder andere Diskussionspunkt, und wenn man davon ausgeht, daß die Menschen dort denen ähnlich waren, die ich in fast jeder mehr oder weniger verantwortungsvollen Position antreffen durfte (gehen sie mal zur caritas und schauen sie sich die Verwaltung der Wohltaten an, aber was rede ich)
,und wenn die dann noch zusätzlich Möglichkeiten zur Profilierung sehen,
da müßte der Herr Dozdodudenowski entweder den Kritisierten einiges an Wahnsinn voraus, oder eben ziemlich RECHT haben.

Schließlich leidet ja die Sprachgemeinschaft auch unter dem Fehler eines gewissen K. - und die neuesten WM2002-Nachschlagewerke wieder zurückzurufen, wenn rauskommt, daß er ein ganzes Stück Regenwald bekommen hat (neben Krombacher, ja) für seinen "Fehler" wird noch einiges teurer als die
Transrapidstrecke zum Mond (gefördert mit Bundeserlösen aus der T-Aktie-keine Panik...)
Was sollte das eigentlich wieder aussagen? Aber nachdem dieser Hessen-Oberverdachtsschöp (hähä) gerade woanders seine Aussage zu Protokoll gibt, kahn man ja hier in Ruhe mal über K. reden.
Mich überkommt die Befürchtung, daß die Hauptaussage dieses Beitrages weitgehend ungehört verhallen wird: die Menschen sind schlecht. Ist genau wie mit den kleinen roten Ameisen. 8O


Ach-haben sie, verehrter GT (hofftl. kein Opel) mitbekommen, was die Presse über Kahns Verletzung schreibt?
Wider Erwarten (!) fällt er für mindestens 6 Wochen aus!!!!!!!!!!
Das spricht für ihre These, daß er ernsthaft beeinträchtigt war.
Und wider seine Aussage, daß der Schmerz erst danach kam, denn 6 Wochen können ja keine kleine Schmerzpause, sonder müssen eine große Funktionswiederherstellungspause sein.

Sollten sie Herrn Ullrich treffen, könnten sie ihn bei Gelegenheit fragen, ob ich da richtig interpretiere: die nächste Pillenübergabe eher heimlich?
Gesprächstourist
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Registriert: 23. Jun 2002, 17:10
Wohnort: Südstaaten

Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Rhönweinsieger (diesmal aber morphologisch schon recht von sich entfernt, oder)
Rhönweinsieger hat geschrieben:Nanu ?
Gibt es für die Damen kein Wochenende?
Nein, eine Dame kennt keine Ruhe (kicher).

Aber nun zu Ihnen...
Es ist schon ein Trauerspiel, daß die Sprachgemeinschaft jetzt ausbaden muß, was sich Zabel, Schaeder, Heller und andere ausgedacht haben. "
Nun hat Zabel gerade mal eine Etappe nicht gewonnen, und schon muss er sich Hasstiraden anhören. Das ist nicht fein. Und von Heller habe ich auch nichts Nachteiliges mehr gehört. Schaeder kenne ich nicht.

Nun gut, linguistically incorrect, mein Kalauer.
... (gehen sie mal zur caritas und schauen sie sich die Verwaltung der Wohltaten an, aber was rede ich)
Eben, genau das tue ich nicht. Weil es nicht erhellend ist. Ich weiß genauso, wie sehr ... aber was rede ich auch ...

Und nochmals: Ich bin vorwiegend (vom fachlichen Standpunkt her) Ihrer Meinung. Und nochmal betone ich das nicht. Weil ich es eigentlich oft genug gesagt habe.

Meine Meinung: Die RSR ist rum, die Weichen sind zementiert. Zumindest für lange Zeit. Wahrscheinlich dauerhaft, weil sich gezeigt hat, dass sich das Volk für kulturelle Belange wenig bis überhaupt nicht erhitzt, daher ein Volksaufstand auch nicht zu erwarten ist. Und dann gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder mit den Wölfen heulen.

Oder: Dagegen ankämpfen und Insellösungen verfolgen.
,und wenn die dann noch zusätzlich Möglichkeiten zur Profilierung sehen, da müßte der Herr Dozdodudenowski entweder den Kritisierten einiges an Wahnsinn voraus, oder eben ziemlich RECHT haben.
Nun, eine etwas gewagte Art der Argumentationsführung oder aber die richtige. Ich weiß es nicht.
Schließlich leidet ja die Sprachgemeinschaft auch unter dem Fehler eines gewissen K.


Ich stehe wahrscheinlich auf meiner eigenen Leitung, aber wer, bitteschön, ist "K."? Der geheimnisvolle UnbeK.annte?
Mich überkommt die Befürchtung, daß die Hauptaussage dieses Beitrages weitgehend ungehört verhallen wird: die Menschen sind schlecht. Ist genau wie mit den kleinen roten Ameisen.
;-))
Ach-haben sie, verehrter GT (hofftl. kein Opel)
Keine Angst, nein. Obwohl diese Mühle ja Kult sein soll!
mitbekommen, was die Presse über Kahns Verletzung schreibt?/quote]

Nein, Erzählen Sie. Ich bin ganz Öhr!
Wider Erwarten (!) fällt er für mindestens 6 Wochen aus!!!!!!!!!!
Ich werd' nicht mehr! Es gibt doch noch einen Gott! Einen wahren Fußballgott. Ha, Hybris, elende!

Wie oft bin ich in diesem Forum verdammt worden! Was musste ich für Schmähungen, ja Beleidigungen, ja Schurigeleien gefallen lassen... entschuldigung, ich will mich wieder fassen...

Ich möchte mich in aller Form bei Ihnen bedanken!
Das spricht für ihre These, daß er ernsthaft beeinträchtigt war. Und wider seine Aussage, daß der Schmerz erst danach kam, denn 6 Wochen können ja keine kleine Schmerzpause, sonder müssen eine große Funktionswiederherstellungspause sein.
Eben!! Ich hatte das sofort bemerkt, obwohl ich die Übertragung nicht gesehen hatte. Ich konnte die Verletzung im Nachhinein total nachempfinden. Und ich bin ihm persönlich auch nicht böse.
Sollten sie Herrn Ullrich treffen, könnten sie ihn bei Gelegenheit fragen, ob ich da richtig interpretiere: die nächste Pillenübergabe eher heimlich?
Kein Problem.

Verschwiegen,

Ihr GT
Wer's nicht glaubt, wird selig
Strombeinsäger

Beitrag von Strombeinsäger »

Sehr geehrte Gespräche-tourist!
Was erlaube???
Mir habe versproche
Das ist freundlich. Aber Sie hätten sich bis vor ca. 6 Jahren geirrt. Soll ich Ihnen ein Mittel dagegen verraten?
in diese Passage ein Mittel ääh gegen die Füsekäse. Natürlich kenne bestimmt ääh meine Werbung für die Shuh wo atmet, aber isse alles gelogen!
Sage mir, bitte, was isse Mittel! Crema di Joghurt?
Ich habe fertig, selbsteverständelich.

Oh, Verzeihung. Hab wohl nicht aufgeräumt im Oberstübchen. :oops:

Meine Namen sind morphologisch immer ziemlich weit von meiner Identität entfernt, aber sie weisen eine klare Struktur auf:
Ich überlege immer: wie hieß schon mal ein Bundespräsident, und dann nehme ich nen anderen Namen. Das muß doch, auch "für sie" (eine sehr empfehlenswerte Zeitschrift übrigens), nachvollziehbar sein!
Meine Meinung: Die RSR ist rum, die Weichen sind zementiert. Zumindest für lange Zeit. Wahrscheinlich dauerhaft, weil sich gezeigt hat, dass sich das Volk für kulturelle Belange wenig bis überhaupt nicht erhitzt, daher ein Volksaufstand auch nicht zu erwarten ist.
DAS ist doch mal ein Wort.
Aber leider erleben wir ja das Phänomen, daß sich "de Menschen" (R.Calmund) ihre Freiheiten da nehmen, wo sie nicht durch Gesetze daran gehindert werden; und da wird dann die RSR als Erleichterung gerne akzeptiert, aber eben nur da, wos am Einfachsten ist, während ihre Anforderungen nicht umgesetzt werden. Also schon irgendwie die umsichgreifende Beliebigkeit.
Da kriegt die FDP im Osten schon mal ne Mehrheit mit der PDS hin, dat is alles nit mehr wie damals.
Nun, eine etwas gewagte Art der Argumentationsführung oder aber die richtige. Ich weiß es nicht.
Nicht daß ich es wüßte. Aber wenn ein Mensch so ein bißchen ehrlich enttäuscht klingt, das überzeugt mich manchmal.Zumal der Duden-Mann sein Forum ja hatte und um nichts kämpfen mußte.
Ich stehe wahrscheinlich auf meiner eigenen Leitung, aber wer, bitteschön, ist "K."? Der geheimnisvolle UnbeK.annte?
Sehr ungern nehme ich ihnen diesen Einwurf ab!
Wir hatten es doch von einem gewissen Khan oder so ähnlich, nichtwahr?
Ich meine: dieser Kaan hat für seinen "Fehler" von den Brasileiros eben das Stück Regenwald neben dem von Krombacher gekriegt-> Bestechung! Wie die Tit**** (nicht: -ten)
Fußball ist ein schmutziges Geschäft, aber ich befürchte, wir locken wieder den Hessen-Schöp an.

Zum Thema Opel :cry:
Wie irgendwo hier in der Gegend jemand so schön geschrieben hat: beim Auto hört der Spaß auf!(sagt auch Pulp Fiction). Keinen Opel, bitte. Es gibt andere Kulte, ja, aber Opel, das geht zu weit.

Und zur bösen Verletzung:
Eben!! Ich hatte das sofort bemerkt, obwohl ich die Übertragung nicht gesehen hatte. Ich konnte die Verletzung im Nachhinein total nachempfinden. Und ich bin ihm persönlich auch nicht böse.

Pfleger!!!
Dieser GT widerspricht sich aaaaaaandauernd!
Aber irgendwie ist er auch sehr sensibel. Nehmen se den Elektroschocker mal weg. Wir wollen ja mal nicht so sein.

Logbuch-Nachtrag, Sternzeit 0190: Dieser Mahlkampfwanager Michael Spreng, der kürzlich mit Dr. Brömme so lustig geplaudert hat- der muß doch durchdrehen, oder? Man kann doch nicht allen Ernstes ein Fünkchen Humor bewahren und Stoiberl zum Kanzler machen, ihn dauernd maßregeln und die Spucke wegwischen und aufpassen daß er seine Tropfen nimmt und daß er jeden Tag schön der Karin schreibt und so, oder???
Wenn sich jetzt wieder so ein Aufseher fragt: "Was hat das mit der RSR zu tun?", dann sollte er folgendes zur Kenntnis nehmen:
1. Für sie immer noch RechtSchreibReform!
2. Kardinal Meisner hat vorgeschlagen, das C aus der CDU zu streichen.
Wenn das keine Vereinfachung ist, dann weiß ich auch nicht.

Mein Zahnarzt sagt, ich betrachte die Politik zu naiv.
8O
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