der superarsch-faschismus-thread
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ich glaube, wir kommen in der Frage nach dem Verhältnis Realität : satirische Reflexion nicht weiter, wenn wir nicht versuchen, diese Problematik in ein umfassenderes Gedankengebäude einzubetten. Ich schlage hier das fabelhafte Simulationsmodell von Baudrillard vor. Uns dürfte vor allem das Simulakrum dritter Ordnung interessieren (ja, genau, jenes, in dem die semantische Äquivalenz von Signifikat und Signifikant verschwindet).
Ist es nicht so, dass der reelle Kontext (bzw. die reellen Konsequenzen) einer Handlung oder eines Ereignisses durch die Simulation eines satirisch eingeschränkten konventionellen Perspektivfeldes berechenbar illusorisch wird (bzw. werden), der Prozess des Erfindens in diesem "Subsimulakrum" (=SuperLupo) eine temporäre Festlegung auf eine Gegenwartsdiagnose also erschwert? Der Meister selbst sagt dazu: "Was erfunden wird, bleibt immer ein Rätsel, weil es nämlich als Objekt immer aufgeschoben wird. Es wird im Grunde nie zum Objekt. Die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt bleibt unentschieden. Das Problem der Subjektivität ist hier aufgehoben - nicht radikal natürlich". Natürlich nicht. Und dennoch, liebe Satiriker, ruhig mal darüber nachdenken.
Ist es nicht so, dass der reelle Kontext (bzw. die reellen Konsequenzen) einer Handlung oder eines Ereignisses durch die Simulation eines satirisch eingeschränkten konventionellen Perspektivfeldes berechenbar illusorisch wird (bzw. werden), der Prozess des Erfindens in diesem "Subsimulakrum" (=SuperLupo) eine temporäre Festlegung auf eine Gegenwartsdiagnose also erschwert? Der Meister selbst sagt dazu: "Was erfunden wird, bleibt immer ein Rätsel, weil es nämlich als Objekt immer aufgeschoben wird. Es wird im Grunde nie zum Objekt. Die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt bleibt unentschieden. Das Problem der Subjektivität ist hier aufgehoben - nicht radikal natürlich". Natürlich nicht. Und dennoch, liebe Satiriker, ruhig mal darüber nachdenken.
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Re: irgendwie
Sehr geehrter Herr Kujat,
ich muss schon sagen: Ganz schön rustikal, diese Ausdrucksweise, und ich bin mir auch nicht sicher, ob solche Statements wie
Was ich aber besonders "unappetitlich" daran finde, ist, dass Sie und das Stoiber-Titelbild auf das immer wieder bewährte und beliebte Prinzip der sexuellen Erniedrigung zurückgreifen. Was zumindest Sie hier angesprochen haben, ist schlichte Vergewaltigung, und die bleibt auch eine, wenn es sich um missliebige Personen handelt. Und es ist nicht weit von der Gewohnheit entfernt, sich im Krieg am bösen Feind durch die Vergewaltigung von Frauen zu rächen.
Warum muss so häufig die (meist pervertierte) Sexualität bemüht werden, wenn das Ganze doch überhaupt nichts damit zu tun hat? Ist es nicht pure Einfallslosigkeit?
Im Übrigen waren die Kommentare der betroffenen Soldaten selbst an Sarkasmus kaum zu übertreffen, hier hatte es den Effekt einer Bewältigung des Grauens.
Zumindest aber erwarte ich von Satire eine kreative Leistung, nicht eine beliebige Verknüpfung verschiedener Versatzstücke. Als gelungen empfand ich zum Beispiel die seinerzeitige Titelseite mit Jürgen Drews als "König von Afghanistan", weil es die Absurdität der Wertigkeiten von Medienmeldungen und politischen Interessen verdeutlichte.
Eine nochmalige Klarstellung: Ich finde das Stoiber-Thema gar nicht so interessant und wichtig, es war hier lediglich als Anschauungsmaterial für die Diskussion hier zitiert worden. Niemand forderte ein Verbot o.ä. Aber Kritik an dessen Qualität wird ja genauso erlaubt sein wie begeisterte Zustimmung.
Oder?
Ihr GT
ich muss schon sagen: Ganz schön rustikal, diese Ausdrucksweise, und ich bin mir auch nicht sicher, ob solche Statements wie
sich wesentlich davon unterscheiden, wie sich Bush möglicherweise bildlich vorstellt, wie Hussein gevierteilt wird.Kujat hat geschrieben:Und zwar weil ich mir das einfach bildlich vorstellen mußte wie diese Arschkrampe ... von einem Maskierten geBudBanged wird.
Was ich aber besonders "unappetitlich" daran finde, ist, dass Sie und das Stoiber-Titelbild auf das immer wieder bewährte und beliebte Prinzip der sexuellen Erniedrigung zurückgreifen. Was zumindest Sie hier angesprochen haben, ist schlichte Vergewaltigung, und die bleibt auch eine, wenn es sich um missliebige Personen handelt. Und es ist nicht weit von der Gewohnheit entfernt, sich im Krieg am bösen Feind durch die Vergewaltigung von Frauen zu rächen.
Warum muss so häufig die (meist pervertierte) Sexualität bemüht werden, wenn das Ganze doch überhaupt nichts damit zu tun hat? Ist es nicht pure Einfallslosigkeit?
Ja, ich musste auch erstmal lachen (was aber einen Gag nicht zur Satire macht). Danach fand ich's einfach eklig. Dabei hatte ich es (anders als Sie) noch nicht mal als einen Vergewaltigungsakt interpretiert.Kujat hat geschrieben:Ich wollte nur schnell sagen, daß ich über das SexTest Bild wirklich lachen mußte.
Es ist zunächst ein grundsätzlicher Unterschied, ob man sich auf eine diffuse Gruppe von Menschen bezieht oder auf einen einzelnen. Ein weiterer besteht darin, ob die Person(en) leben oder der Geschichte angehören. Das Leben des Brian "vergreift" z.B. sich an einem der Heiligtümer unseres Kulturkreises, aber lediglich ein paar orthodoxe Klerikale werden sich daran stoßen.Kujat hat geschrieben:Als "geschmackloses" Beispiel könnte man auch die "Feldpost aus Stalingrad" nehmen, ... Oder ist es da dann wieder "erlaubt", zumindest über die Deutschen Soldaten zu lachen, weil sie das Instrument des identifizierten Bösen waren?
Im Übrigen waren die Kommentare der betroffenen Soldaten selbst an Sarkasmus kaum zu übertreffen, hier hatte es den Effekt einer Bewältigung des Grauens.
Zumindest aber erwarte ich von Satire eine kreative Leistung, nicht eine beliebige Verknüpfung verschiedener Versatzstücke. Als gelungen empfand ich zum Beispiel die seinerzeitige Titelseite mit Jürgen Drews als "König von Afghanistan", weil es die Absurdität der Wertigkeiten von Medienmeldungen und politischen Interessen verdeutlichte.
Pardon, hier wird's ein wenig verworren... Wer hat das denn hier getan? Irgendwie sehe ich keinen Bezug zu unserem Thema.Kujat hat geschrieben:Ist es nicht ein wenig naiv, zu denken, man müßte das Grauen und die menschliche Dummheit und Grausamkeit nur in ihrere Erscheinungform mit Hakenkreuz und doofen Bärtchen tabuisieren, um das "Böse" zu bannen?
Eine nochmalige Klarstellung: Ich finde das Stoiber-Thema gar nicht so interessant und wichtig, es war hier lediglich als Anschauungsmaterial für die Diskussion hier zitiert worden. Niemand forderte ein Verbot o.ä. Aber Kritik an dessen Qualität wird ja genauso erlaubt sein wie begeisterte Zustimmung.
Oder?
Ihr GT
Wer's nicht glaubt, wird selig
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Sehr geehrter Herr Pelzer,
Aber heißt das gleich, dass Satire draus wird, indem man eine (miss)beliebige Person beliebig mit einem pubertären Einfall verknüpft? Es ist ein Gag, die Vorstellung ist witzig (Geschmackssache). Aber es ist in meinen Augen überhaupt keine Satire. Ich denke, da ist doch noch ein wenig Platz für eine Satiredefinition zwischen der oben und der hier beschriebenen Form.
Hätte Stoiber (um endlich wieder mal bei unserem Liebling zu bleiben) wenigstens in irgendeinem thematischen Umfeld mit dem Thema Sex zu tun gehabt (Verbot von Kondomautomaten, Bordellbesuch, Heuchelei, Doppelmoral oder explizit Ähnliches), so wäre ein Schuh daraus geworden. Irgendein inhaltlicher Bezugspunkt, eine Referenz auf ein reales Ereignis, ist doch notwendige Voaussetzung, damit wir von "Satire" sprechen können.
Meint Ihr Schuster GT
Ja, und darunter "insgesamt 2-mal bearbeitet". Aber wahrscheinlich haben Sie zweimal ein "das" zu einem "dass" abgeändert.Pelzer hat geschrieben:ich weiß gar nicht, was sie haben, da steht doch miezen...
Auch Ihnen muss ich hier vorhalten, dass Sie gegen fiktive Argumente angehen: Kein Mensch hat hier von Satire gefordert, investigativ oder aufklärerisch sein zu müssen. Aber sie darf es sein. Ich finde es zum Beispiel satirisch, wenn man Haider mit einem Hitlerbärtchen ausstattet, nur: Es ist stinklangweilig und daher miserable Satire.Pelzer hat geschrieben:aufklärungssatire? schnarch! man muß doch heute keinem mehr erklären, warum er nicht die union wählen soll, schon gar nicht dem durchschnittlichen SuperLupo-leser.
Aber heißt das gleich, dass Satire draus wird, indem man eine (miss)beliebige Person beliebig mit einem pubertären Einfall verknüpft? Es ist ein Gag, die Vorstellung ist witzig (Geschmackssache). Aber es ist in meinen Augen überhaupt keine Satire. Ich denke, da ist doch noch ein wenig Platz für eine Satiredefinition zwischen der oben und der hier beschriebenen Form.
Ja (siehe oben), deshalb ist es ja auch total langweilig.Pelzer hat geschrieben:diese form der satire ist m.e. auch mausetot. abgesehen davon findet sie ja noch oft genug statt, wenn z.b. supersatirisch entlarvt wird, daß haider ein rechter ist, weil sein bartschatten ihn als ex-hitlerbärtchenträger ausweist. als ob man das vorher noch nicht gewußt hätte!
Hätte Stoiber (um endlich wieder mal bei unserem Liebling zu bleiben) wenigstens in irgendeinem thematischen Umfeld mit dem Thema Sex zu tun gehabt (Verbot von Kondomautomaten, Bordellbesuch, Heuchelei, Doppelmoral oder explizit Ähnliches), so wäre ein Schuh daraus geworden. Irgendein inhaltlicher Bezugspunkt, eine Referenz auf ein reales Ereignis, ist doch notwendige Voaussetzung, damit wir von "Satire" sprechen können.
Meint Ihr Schuster GT
Wer's nicht glaubt, wird selig
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bob, einfach
lieber pelzer !
"lieb" ist freilich gelogen, sie ahnen das. hab hier grade nochmal versucht, von anfang bis ende durchzulesen, -ich finds halt arg spannend- und festgestellt, hier und da fehlt was. ist einfach weggelöscht.
das ist geschichtsverfälschung, sage ich.
freilich meine ich damit nur eigene aussetzer. zum beispiel hatte ich, damits auch ja öffentlich wird, dem herrn jobateymugabejobatey ausdrücklich hinübergewinkt. gemeint war folgendes : ich hatte ihn, privat, ermuntert, doch weiterhin seine für mich aufschlussreichen links zu setzen. der klugscheisst nämlich gar nicht (pelzer, sie sind echt literatur, irgendwie ),der hat ganz einfach : recht .
( weiss ich jetzt gar nicht, obs auch angekommen war... )
das löschen war freilich ein missverständnis und im gefecht. ich denke, da die gesprächsterroristin sorgsam und hartnäckig den jeweiligen aufwasch erledigt, lassen sie doch alles stehen wie es reinkommt. wir sollten, denke ich, auch mit den -irgendwie unvermeidlichen- störmanövern zurande kommen.
sag ich jetzt halt mal.
"lieb" ist freilich gelogen, sie ahnen das. hab hier grade nochmal versucht, von anfang bis ende durchzulesen, -ich finds halt arg spannend- und festgestellt, hier und da fehlt was. ist einfach weggelöscht.
das ist geschichtsverfälschung, sage ich.
freilich meine ich damit nur eigene aussetzer. zum beispiel hatte ich, damits auch ja öffentlich wird, dem herrn jobateymugabejobatey ausdrücklich hinübergewinkt. gemeint war folgendes : ich hatte ihn, privat, ermuntert, doch weiterhin seine für mich aufschlussreichen links zu setzen. der klugscheisst nämlich gar nicht (pelzer, sie sind echt literatur, irgendwie ),der hat ganz einfach : recht .
( weiss ich jetzt gar nicht, obs auch angekommen war... )
das löschen war freilich ein missverständnis und im gefecht. ich denke, da die gesprächsterroristin sorgsam und hartnäckig den jeweiligen aufwasch erledigt, lassen sie doch alles stehen wie es reinkommt. wir sollten, denke ich, auch mit den -irgendwie unvermeidlichen- störmanövern zurande kommen.
sag ich jetzt halt mal.
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endlich ein Beitrag, den ich verstehe - bob, einfach : sie interessieren sich auch für dekonstruktivismus?bob, einfach hat geschrieben: fehlt was. ist einfach weggelöscht.
das ist geschichtsverfälschung, sage ich.
zum beispiel hinübergewinkt. gemeint war folgendes : ich hatte
privat, ermuntert, doch?
pelzer, sie sind echt literatur,
(irgendwie),der hat ganz einfach : recht .
ein missverständnis und im gefecht. : ich denke :
gesprächsterroristin : sorgsam und hartnäckig
stehen wie es reinkommt. wir sollten,
denke ich, auch
störmanövern
referent : vergangenheit
code : topologisches prinzip
- Pelzer
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gt: den zusammenhang pubertärer witz - maßlosigkeit der mittel / beliebigkeit des ansatzes erkläre ich jetzt nicht nochmal. überall vergewaltigungen sehen zu wollen ist im übrigen genauso banane wie immer gleich faschismus schreien.
der haider-konnex bezog sich auf einen titel, auf dem haider eben keinen hitlerbart trug, sondern sich ihn eben abrasiert hatte, was durch die hellere färbung der haut unter der nase deutlich gemacht wurde, das war also ein etwas anderer dreh, der aber natürlich die gleiche aussage hatte. (gut, ein bartschatten ist in der tat was anderes.)
bob: ihre paranoia geht mir auf den geist. nachdem werauchimmer seinen link wieder gelöscht hatte, war der sinn der zwei nachfolgenden postings nicht mehr zu erkennen, darum habe ich auch die gelöscht. hier von geschichtsfälschung zu reden, ist hanebüchen.
der haider-konnex bezog sich auf einen titel, auf dem haider eben keinen hitlerbart trug, sondern sich ihn eben abrasiert hatte, was durch die hellere färbung der haut unter der nase deutlich gemacht wurde, das war also ein etwas anderer dreh, der aber natürlich die gleiche aussage hatte. (gut, ein bartschatten ist in der tat was anderes.)
bob: ihre paranoia geht mir auf den geist. nachdem werauchimmer seinen link wieder gelöscht hatte, war der sinn der zwei nachfolgenden postings nicht mehr zu erkennen, darum habe ich auch die gelöscht. hier von geschichtsfälschung zu reden, ist hanebüchen.
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Sehr geehrter Herr Pelzer,
Und hier liegt ein Missverständnis vor: Ich hatte mein "Haider-Beispiel" bereits formuliert, bevor ich zu Ihrer Passage gelangte, hatte mich also gar nicht darauf bezogen. Offensichtlich mögen wir beide Haider...
Schönen Abend noch
Ihr GT
Nönö, umgotteswillen, nein, ich hatte schon längst verstanden, was Sie meinen, auch wenn ich diese Sicht nicht teile. Es ging mir auch nicht in erster Linie um das Pubertäre daran, sondern um die Beliebigkeit der Verknüpfung.Pelzer hat geschrieben:gt: den zusammenhang pubertärer witz - maßlosigkeit der mittel / beliebigkeit des ansatzes erkläre ich jetzt nicht nochmal.
Nun, ich hatte den englischen Begriff möglicherweise etwas über-übersetzt, da er bisweilen in dieser Bedeutung verwendet wird. Es ändert jedoch nicht viel daran, da das Mittel der Erniedrigung durch sexuelle Handlungen bestehen bleibt.Pelzer hat geschrieben:überall vergewaltigungen sehen zu wollen ist im übrigen genauso banane wie immer gleich faschismus schreien.
Und hier liegt ein Missverständnis vor: Ich hatte mein "Haider-Beispiel" bereits formuliert, bevor ich zu Ihrer Passage gelangte, hatte mich also gar nicht darauf bezogen. Offensichtlich mögen wir beide Haider...
Schönen Abend noch
Ihr GT
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